Farbfelder und Überlagerungen 2011
Farbfelder und Überlagerungen
Acryl auf Papier, 100 × 70 cm, 2011
Diese Werkserie untersucht das Verhältnis von Linie, Farbe und räumlicher Wahrnehmung. Transparente und deckende Farbschichten überlagern sich zu offenen Bildstrukturen, in denen Form nicht festgelegt ist, sondern als Prozess sichtbar bleibt. Linien fungieren dabei weniger als Konturen denn als Bewegungsbahnen, die verschiedene Bildebenen miteinander verbinden.
Die Arbeiten bewegen sich zwischen Konstruktion und Auflösung. Farbflächen treten hervor, überschneiden sich und verschwinden wieder hinter anderen Schichten. Es bildet sich ein visuelles Geflecht, das an Lichtphänomene, Reflexionen oder die Überlagerung verschiedener Wahrnehmungsebenen erinnert. Der Bildraum ist keine statische Ordnung, sondern ein dynamisches Feld, in dem Farbe und Linie fortwährend neue Beziehungen eingehen.
Die Serie markiert einen wichtigen Schritt zu den späteren Zeichnungszyklen, in denen Fragen nach Raum, Energie, Wahrnehmung und imaginären Strukturen zunehmend in den Mittelpunkt rücken.
Zur Serie gehören zwanzig Arbeiten in Acryl auf Papier im Format 100 × 70 cm, entstanden 2011. Acrylfarbe trocknet rasch und lässt sich deshalb schichten, ohne dass die darunterliegende Lage wieder aufweicht. Jede Schicht bleibt als eigene Entscheidung erhalten, und was von unten durchscheint, ist kein Rest, sondern gehört zum Bild.
Das Format ist so groß, dass der Blick es nicht in einer Bewegung erfassen kann. Man sucht sich Bereiche und verbindet sie nacheinander – das Bild entsteht im Sehen.
Innerhalb des Gesamtwerks steht diese Serie an einer Wende. Noch trägt die Farbfläche das Gewicht der Komposition. In den Zeichnungszyklen der folgenden Jahre übernimmt diese Aufgabe die Linie. Wer die Blätter von 2011 neben die späteren Arbeiten legt, kann den Übergang Schritt für Schritt nachvollziehen.
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