Die Kunst, das Unsichtbare sichtbar zu machen.

Meine frühen Arbeiten zeigen, wie ein Bild entsteht: aus Linie, Fläche, Korrektur und Verdichtung. Der Körper ist dabei Maßstab für Raum und Zeit, nicht bloß Motiv. Schon hier beginnt mein Interesse an Übergängen und an Bildern, die Bedingungen des Sehens herstellen.

Harald Grünauer - Körper im Farbraum, frühere Arbeit

Frühere Arbeiten

Galerie: Zeitkörper 2006

Zeitkörper 2006

„Zeitkörper“ ist eine monumentale Arbeit aus lackiertem Styropor, deren organische Form und dynamische Oberfläche eine greifbare Präsenz erzeugen. Mit 150 cm Höhe, 170 cm Breite und 100 cm Durchmesser überträgt die Skulptur das abstrakte Konzept von Zeit in eine physische Erfahrung. Die unregelmäßige Struktur aus Schichtung und Lackierung hält Stabilität und Bewegung zugleich, als sei der Zeitfluss in Materialform eingefroren. Die Arbeit von 2006 zählt zu den zentralen Beispielen der frühen Werkphase, in der Volumen, Oberfläche und Licht dazu dienten, immaterielle Vorstellungen wie Zeit, Erinnerung und Transformation erfahrbar zu machen.

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Galerie: Figurprotokolle 1998-2005

Figurprotokolle 1998-2005

Diese Serie versammelt Aktzeichnungen als unmittelbare Protokolle des Sehens. Die Linie sucht keine glatte Form; sie hält Gewicht, Drehung und Spannung fest, oft in mehreren Anläufen übereinander. In der Offenheit der Spuren wird Zeit im Bild lesbar: als Korrektur, als Zögern, als plötzliche Klarheit. Der Körper dient dabei als Maßstab für Raum und Rhythmus, ohne erzählerische Beigabe. Die Serie versammelt fünfzig Zeichnungen in Bleistift auf Papier, 58 × 41 cm, entstanden zwischen 1998 und 2005. Über sieben Jahre hinweg wurde an einer einzigen Fragestellung gearbeitet; es ist die umfangreichste Serie des gesamten Werks. Bleistift verbirgt nichts. Jede Korrektur bleibt neben der Linie stehen, die sie berichtigt, jedes Zögern ist als Unterbrechung zu erkennen. Die Blätter zeigen daher nicht das Ergebnis des Sehens, sondern seinen Verlauf – deshalb der Begriff Protokoll im Titel. Der Körper ist hier kein Motiv, sondern ein Maßstab. An ihm lassen sich Proportion, Gewicht und Drehung überprüfen, weil jede Abweichung sofort auffällt. Was in diesen sieben Jahren an der Figur erprobt wurde, kehrt in den späteren abstrakten Arbeiten wieder: dort ohne Figur, aber mit derselben Aufmerksamkeit für Spannung und Gleichgewicht.

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Galerie: Körperfragmente 1998–2003

Körperfragmente 1998–2003

„Körperfragmente“ nähert sich dem Akt über Zustände statt über Kontur und Anatomie: Gewicht, Balance, Verdichtung, Auflösung. Die Farbe trägt den Körper wie ein atmosphärisches Feld, in dem sich Formen überlagern und wieder auseinanderfallen. Die Figur wird dadurch mehr Ereignis als Abbild, ein kurzer Zusammenzug von Präsenz im Weiß des Papiers. In dieser frühen Werkphase zeigt sich schon das Interesse an Übergängen – an jenem Moment, in dem Bewegung und Wahrnehmung selbst zum Bild werden.

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Galerie: Geisterräume 1998–2003

Geisterräume 1998–2003

In „Geisterräume“ erscheinen Figuren als Durchgänge statt als feste Körper: Linien überlagern sich, verschieben sich, lassen sich nur teilweise greifen. Der Raum wirkt wie ein leichtes Gerüst aus Architektur, Tierformen und Zeichen, in dem Nähe und Distanz gleichzeitig stattfinden. Farbstift wird hier zu einer Art Atem – transparent, suchend, präzise im Zögern. Die Bildwelt erinnert mehr, als sie erzählt, und Präsenz trägt darin immer auch Abwesenheit.

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Galerie: Gesichter und Stimmen 1997–1998

Gesichter und Stimmen 1997–1998

Die Serie „Gesichter und Stimmen“ zeigt eine intensive Auseinandersetzung mit dem menschlichen Antlitz als Ausdruck innerer Zustände. Jedes Porträt hält individuelle Emotionen, Charakterzüge und Momentaufnahmen von Präsenz und Stimmung fest. Farbstift, Bleistift und Tinte erzeugen unterschiedliche Dichten und Texturen, die den Figuren eine greifbare, fast physische Existenz geben. Die Arbeiten aus den Jahren 1997–1998 dokumentieren einen frühen Weg zu einem sensiblen und zugleich direkten Umgang mit Mimik und Gestik.

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Galerie: Archetypen und Allegorien 1995–1996

Archetypen und Allegorien 1995–1996

„Archetypen und Allegorien“ versammelt Arbeiten, in denen menschliche, tierische und hybride Figuren in farbintensiven, expressiven Kompositionen zusammenkommen. Die Blätter haben eine surreale, erzählerische Qualität; sie erinnern an archetypische Figuren aus Mythen und Geschichten und tragen zugleich symbolische Bedeutungen. Lebendige Farbigkeit und dynamische Figurenanordnung führen zu Szenen, die zwischen Realität, Traum und allegorischer Erzählung oszillieren. Die Serie steht für eine frühe Suche nach visuellem Ausdruck für psychologische, soziale und mythologische Strukturen, die menschliches Leben und Zusammenleben prägen.

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